Ist es möglich, digitales Lernen so zu gestalten, dass es sich überall lokal anfühlt, ganz gleich, wo es eingesetzt wird?
Das ist eine Frage, die wir im Laufe der Zeit bei TicTac Learn immer wieder ergründet haben. Wenn wir digitale Lerninhalte für einen globalen Kunden erstellen, wird uns oft gesagt, dass die Lerninhalte allgemein genug sein sollten, um in allen lokalen Kontexten zu funktionieren – wir wissen aber, dass gute Lerninhalte für den Nutzer relevant sein müssen.
Was bedeutet das nun für uns?
Nun, wir haben einige Asse im Ärmel. Das größte davon ist wohl, dass wir Situationen schaffen, mit denen man sich identifizieren kann. Das gelingt uns durch Animationen, Bilder von Menschen oder die Beschreibung eines Szenarios. Denn selbst wenn der Schauplatz in Deutschland liegt, wird sich jemand in Südafrika oder Indien dafür interessieren, wenn er das Problem der Charaktere wiedererkennt. Selbst Kunden, die animierten Geschichten zunächst skeptisch gegenüberstanden, haben ihre Meinung geändert, nachdem sie Muster-Videos gesehen hatten, die wir in Vyond erstellt haben, wo die Charaktere je nach Bedarf individueller oder neutraler gestaltet werden können. Und dank KI-generierter Voiceovers, die ziemlich natürlich klingen (und mit jedem Update besser werden!), ist die Lokalisierung recht einfach.
Manchmal lässt das Lernmaterial diese Art von Kreativität jedoch nicht zu. Manchmal müssen wir uns eng an die Vorlage halten und dennoch unser Bestes tun, um sicherzustellen, dass das Lernen in jedem Winkel der Welt ankommt. Es gibt hier keine Zauberformel, aber viele kleine Design-Entscheidungen, die das Lokalisieren von digitalem Lernen erleichtern – und in der Regel auch die Originalversion verbessern. Also bat ich unsere Instructional Designer, ihre Liste mit Dos and Don'ts zu teilen – und erfuhr, dass sie gar keine haben. Über die Jahre ist diese Art des Lern-Designs für sie zur zweiten Natur geworden. Ich finde, das sagt viel darüber aus, wie unglaublich nützlich und wichtig diese Prinzipien sind! Aber natürlich waren sie mehr als bereit, mich durch das Thema zu führen. Das ist dabei herausgekommen:
Maßnahmen zur Optimierung der Lokalisierung:
- Schreiben Sie in klarer, verständlicher Sprache. Je klarer der Originaltext ist, desto einfacher ist die korrekte Übersetzung.
- Suchen Sie nach Beispielen, die in verschiedenen Kulturen leicht nachvollziehbar sind. Dies gilt auch für Interaktionen, Quizze und sogar die Auswahl von Bildern. (Wir investieren wahrscheinlich mehr Zeit in die Suche nach den passenden Beispielen und Situationen, als die meisten denken.)
- Bilder können allgemein genug gehalten sein, um in allen Märkten zu funktionieren, aber wenn möglich, ist es oft schöner, Bilder mit Menschen von den verschiedenen Standorten des Kunden zu verwenden.
- Halten Sie Assets getrennt und bearbeitbar – nicht nur für die Lokalisierung, sondern vor allem dann, wenn sie im Laufe der Zeit voraussichtlich aktualisiert werden. Ein Beispiel aus Articulate Rise ist, dass es einfacher ist, ein Bild in einem Bildblock auszutauschen, als ein Bild, das Teil eines benutzerdefinierten Blocks oder in einem Tab platziert ist.
- Humor ist schwierig und sollte am besten vermieden werden. Wenn er jedoch eingesetzt wird, muss absolut klar sein, worum es geht. Ein gutes Beispiel ist, wenn sich zwei Charaktere in Vyond unterhalten und wir ihnen ein wenig Persönlichkeit verleihen möchten. Es ist völlig in Ordnung, wenn Charaktere Emotionen zeigen, solange wir keinen Fachjargon oder Humor verwenden, der ein spezifisches kulturelles Verständnis voraussetzt.
Fehler, die Sie bei der Lokalisierung Ihrer Inhalte vermeiden sollten:
- Verwenden Sie keine Wortspiele, lokalen Referenzen oder Redewendungen.
- Überschriften und Beschriftungen sollten nicht zu lang sein. Da sich Text bei der Übersetzung oft ausdehnt, sollten Sie genügend Platz für längere Überschriften einplanen, um das Layout nicht zu beeinträchtigen.
- Platzieren Sie keinen Text auf Bildern (es sei denn, der Text ist bearbeitbar).
Wenn ich auf meine Frage zurückkomme – kann sich digitales Lernen überall dort, wo es eingesetzt wird, lokal anfühlen? –, dan würde ich mit Ja antworten. Aber es erfordert mehr als nur eine Übersetzung. Die Lernplattformen, die wir heute bei TicTac Learn nutzen, wie Articulate 360 und Vyond, machen die praktische Seite der Lokalisierung viel einfacher als noch vor ein paar Jahren. Großartiges E-Learning beginnt jedoch mit einem durchdachten Instructional Design: also mit Inhalten, die klar, nahbar und leicht anzupassen sind. Wenn gutes Design und die richtigen Werkzeuge zusammenkommen, können wir ein Lernen ermöglichen, das über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg wirksam ist und sich für die Lernenden dennoch ganz vertraut anfühlt.
FAQ
Worin besteht der Unterschied zwischen einer Übersetzung und einer Lokalisierung?
Eine Übersetzung überträgt Inhalte von einer Sprache in eine andere, während Lokalisierung Inhalte so anpasst, dass sie in einem spezifischen kulturellen und regionalen Kontext relevant wirken. Dies kann die Anpassung von Beispielen, Bildern, Tonfall, Humor und anderen Elementen des Lernerlebnisses umfassen.
Wie kann ich E-Learning-Inhalte besser lokalisierbar machen?
Beginnen Sie damit, die Lokalisierung schon beim Design einzuplanen. Verwenden Sie eine klare Sprache, wählen Sie global relevante Beispiele, halten Sie Text und Medien bearbeitbar und vermeiden Sie Elemente, die stark von der lokalen Kultur oder Sprache abhängen.
Kann derselbe E-Learning-Kurs für verschiedene Länder genutzt werden?
Ja, wenn er anpassungsfähig gestaltet ist. Ziel ist es nicht, überall identische Lernerfahrungen bereitzustellen, sondern Inhalte zu entwickeln, die sich anpassen lassen und dennoch für Lernende in verschiedenen Märkten relevant sind.